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Neuer Personalabbau bei der Bundeswehr
VAB im Gespräch über eine Verlängerung des TV UmBw mit Staatssekretär im BMVg Dr. Walther Otremba

Am 17. Juni 2010 hatten der Bundesvorsitzende des VAB, Helmut Lammers, und sein Stellvertreter Thomas Zeth ein Grundsatzgespräch mit Staatssekretär Otremba auf der Hardthöhe in Bonn. Die „neue Lage“ bei der Bundeswehr vor dem Hintergrund des aktuellen Sparpakets der Bundesregierung und Ihre Auswirkungen auf die zivilen Beschäftigten bei der Bundeswehr waren das herausragende Thema des Gespräches.
 
Die zivilen Beschäftigten brauchen auch in Zeiten des schnellen politischen Wandels Planungssicherheit und verlässliche Aussagen, wie es mit Ihnen und Ihren Familien weitergeht, so die Botschaft der beiden VAB- Gewerkschaftsvertreter an den Staatssekretär.
 
Dr. Otremba stellte fest, dass die von Verteidigungsminister zu Guttenberg eingesetzte Strukturkommission zunächst den Auftrag hatte, ohne Personalabbau die Verwaltungsstrukturen unter die Lupe zu nehmen. Der künftige Personalumfang der Streitkräfte wird vor dem Hintergrund der Sparauflagen zu ermitteln sein, wobei sich hier eine Stärke zwischen 250.000 und 150.000 Soldatinnen und Soldaten ergeben wird. Viele Faktoren, so auch die Zukunft der Wehrpflicht, sind für eine genaue Planung bestimmend. Die Zielgröße des Umfangs für das zivile Personal wird sich anlehnend an der bekannten Größe von „einem Zivilbeschäftigten auf drei Soldaten“ orientieren.
 
Der VAB machte auch in diesem Gespräch deutlich, dass die Bundeswehr bei einem künftigen Personalabbau auch junge Menschen an Bord holen muss. Ohne qualifizierten, jungen Nachwuchs aus den eigenen Reihen können die Aufgaben der Wehrverwaltung im Inland und vor allem auch in einer einsatzorientierten Bundeswehr nicht mehr erfüllt werden.
 
Die Ergebnisse der Einkommensrunde 2010 zur Übernahme von Auszubildenden reichen bei weitem nicht aus, um qualifiziertes Personal nachhaltig an die Bundeswehr zu binden. Hier darf das Ministerium den Zug nicht verpassen auch während des kommenden Personalabbaus den Auszubildenden einen attraktiven Arbeitsplatz bei der Bundeswehr anzubieten.
 
Damit wird sich das nachwachsende zivile Personal auch den Bedingungen des Auslandseinsatzes besser stellen können. Die derzeitige Altersstruktur verlangt hier von den einzelnen Beschäftigten hohe Flexibilität.
 
Ohne eine Senkung des Altersdurchschnitts wird es auch in einer neuen Struktur zu erheblichen Problemen bei der Aufgabenerfüllung kommen, so die Botschaft an Dr. Otremba.
 
Selbstverständlich wurde auch die Diskussion um die Reduzierung der Standorte angesprochen, „es wird keine schnellen Standortentscheidungen geben“ , so der Staatssekretär. Es ist auch keine Aufgabe der Strukturkommission Standorte festzulegen. Dies wird sich an der künftigen Aufgaben- und Personalstruktur ausrichten.
 
Beim Thema TV UmBw  wurde seitens des VAB darauf hingewiesen , das der VAB bereits bei Sts Dr. Wichert auf eine Verlängerung des TV UmBw über das Jahr 2010 hingewiesen hat, um die Struktur „75.000“ sozial verträglich abzuschließen.
Deshalb wurde auch in der Einkommensrunde 2010 ein Verfahrensgespräch zum TV UmBw festgeschrieben.
 
Nun sehen die Beschäftigten ganz neue Herausforderungen auf sich zukommen. Derzeit gibt es keine Planungssicherheit, wie es mit den Arbeitnehmern nach 2010 weitergeht.
Nach vielen Vorgesprächen müssen nun Taten folgen, so die Vertreter des VAB.
 
Nach der Kabinettsentscheidung im Juli werden nach den Gesprächen nunmehr Verhandlungen zum TV UmBw aufgenommen, sicherte Dr. Otremba zu.
 
Dr. Otremba zitierte den Minister, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird: „ein friedlicher Abbau ist ein hohes Gut“, so der Staatssekretär.
 
Während des bei guter Atmosphäre verlaufenden Gesprächs wurde noch über Themen aus anderen Bereichen, wie bspw. über den „Küchenpilot“ im Wehrbereich Süd, das neue Facility Management und die privatisierten Bereiche gesprochen.

Der Bundesvorsitzende Helmut Lammers und sein Stellvertreter Thomas Zeth bedankten sich für das konstruktive Gespräch und die Zusage des weiteren Dialogs.