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Marinebeschäftigte kämpfen in Kiel

Proteste gegen die Vernichtung von Steuermitteln, Qualität, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen

Die Proteste gegen die Standortschließung und gegen den Abbau von 800 Dienstposten des Marinearsenals Kiel dauern an. Bereits am Donnerstag, den 27. Oktober 2011 kam es zu massiven Kundgebungen ziviler Mitarbeiter des Arsenalbetriebs. Für den 11. November 2011 sind weitere Demonstrationen vor den Toren des Arsenals ab 12.30 Uhr und am Kieler Hauptbahnhof ab 14.00 Uhr geplant.

Die sozialen Auswirkungen für die betroffenen Beschäftigten sind gravierend. Mitarbeiter des Arsenals, die ihre Familien und ihr Heim in Kiel haben, stehen vor dem beruflichen und sozialen Abstieg.

Die Entscheidung zur Auflösung des Arsenals wird aus Kreisen des Bundesverteidigungsministeriums mit betriebswirtschaftlichen Erwägungen begründet.

Der Zielsetzung der Neuausrichtung, die dem Einsatz oberste Priorität einräumt, widerspricht diese Maßnahme jedoch erneut. Die hochspezialisierten Leistungen, die im Arsenal erbracht werden, sind zwingend erforderlich, um die Einsatzfähigkeit der Marine zu gewährleisten. Versuche, diese Einsatzfähigkeit durch "Outsourcing-Maßnahmen" zu erhalten, müssen teuer erkauft werden und werden zwangsläufig zu Qualitätsverlusten führen. Bereits die angeführten betriebswirtschaftlichen Erwägungen treffen nicht zu. Auch in Marinekreisen ist die Auflösung des Arsenals deshalb höchst umstritten. Es zeigt sich an fast allen Stellen der Neuausrichtung, dass eine Aufgabenanalyse unterblieben ist, ebenso wie der kluge Versuch eines eigenen Wegs abseits der klassischen Maßnahmen von Auslagerung, Leiharbeit und Privatisierung.

Der Bundesvorsitzende des VAB, Herbert Schug, ist sehr betroffen von den aktuellen Entwicklungen, die wieder nicht transparent und offen durch das Ministerium kommuniziert wurden. "Es zeigt sich, dass man im Ministerium um jeden Preis und komme was wolle, eine eigene große Umstrukturierung haben will. Ich glaube inzwischen nicht mehr, dass hier seriös mit der Bundeswehr und den in ihr arbeitenden Menschen umgegangen wird. Aber wir werden für jeden betroffenen Standort, bei dem sich die Sinnhaftigkeit seiner Auflösung nicht erschließt, kämpfen."